3 Tage Moskau

Ich hatte noch nie solche Kopfschmerzen. Ich saß in einer alten Tupolev und konnte die Landung kaum erwarten. Gestartet waren wir mit einer fast 25 Mann starken Gruppe in Frankfurt und in einer halben Stunde sollten wir endlich den Flughafen von Moskau erreichen. Das Flugzeug war längst im Landeanflug doch der Druckausgleich wollte bei mir nicht gelingen.

Wie zu erwarten gab es am Flughafen Moskau ein riesen Chaos. Ca. 300 Russen und Touristen mussten durch einen kleinen Schalter welcher jedes Visum aufs genaueste kontrollierte. Da wir Zeit hatten und sonst auch sehr entspannt waren warteten wir erstmal ab und schauten uns das Schauspiel an. Nach einer Stunde aber war es uns dann doch zuviel. Wir marschierten geordnet hintereinander durch die Menschenmasse bis zum Schalter, bildete eine Gasse und ließen unsere Leute dann durch. So kamen wir alle innerhalb von 10 Minuten bis zu unserem Gepäck.

Eine Bekannte von uns aus Moskau organisierte uns einen Kindergarten, in welchem wir für zwei Nächte beleiben konnten. Von dort aus besichtigten wir die üblen Sehenswürdigkeiten wie die Basilius Kathedrale, den Kremel das Lenin Mausoleum und das beeindruckende Flair der Stadt. Der Unterschied zwischen Arm und Reich war mir nie bewusster. In den Ecken der Straßen, in der U-Bahn und den Parks überall Obdachlose denen zum Teil Gliedmaßen wegfaulten oder auch mal ein offensichtlich Toter in der Ecke während auf den Straßen Limousinen der teuersten Art rumfuhren und die Luxushotels aus dem Boden sprießten.

Die Kriminalität stand einem stehts vor den Augen. Jede Wohnung, und war sie noch so heruntergekommen, hatte eine dicke Stahltür mit Zahlenkode. Eine Moskauerin beschrieb es uns so: “Was früher der KGB war ist heute die Mafia. Nichts läuft mehr ohne diese.”

Ich bin froh dort nicht Wohnen zu müssen und freute mich auf unsere Weiterreise Richtung Osten!