Überführung der Libelle über Ijssel-Rhein-Mosel-Saar

Vorbereitung

Schon die vorherigen Wochenenden waren wir immer mal wieder in Urk an Bord der Libelle um sie für die Überführung vorzubereiten. Unsere größten Bedenken waren, dass der Motor und die Hydrauliksteuerung nach einer Liegezeit von 3 Jahren dem Rhein nicht gewachsen sein könnten.
Wie sich jedoch herausstellte machte uns der Motor bei der Überführung am wenigsten bis garkeine Sorgen.

Im Vorfeld reparierten wir: Mehr lesen

Notreparatur Hydraulikleitung

Nach unserer ersten Probefahrt mit der Libelle war schon klar, dass die Hydrauliksteuerung irgendwo undicht sein musste. Bevor wir also zur Überführung des Schiffes gingen musste erst einmal das Leck gefunden werden. Dass eine Hydraulikleitung unter starkem Druck steht war uns klar, daher waren wir uns unsicher wie wir diese Stelle flicken sollten. Uns ist das dann aber ganz gut gelungen. Wie, beschreibe ich hier:

  1. Finden der Leckstelle

    Erstmal mussten wir uns ein Überblick über die Verlegung der Leitungen verschaffen. Bei einer Hydraulik mit zwei Ruderständen und einem Autopilot gar nicht so leicht. Wir haben uns vom Ruder aus ins Schiffsinnere vorgearbeitet und alle Leitungen freigelegt. Anschließend hat einer am Innensteuerstand (längste Leitungswege) das Steuer ständig von hart Backbord nach hart Steuerbord umgelegt und umgekehrt, während ich die Leitung abgesucht habe.
    Schnell war eine tropfende Stelle zu sehen. Genau an dieser Stelle war ein Leerrohr mittels Kabelbindern befestigt. Kaum hatte ich dieses gelöst sah ich auch schon einen feinen Ölstrahl entweichen.  
     
    Die gerissene Stelle habe ich zunächst nur grob vom Rost befreit und aus Mangel an Material dick mit Ductape umwickelt. Wie zu erwarten war dieses nach ein paar Umdrehungen des Ruders undicht.

  2. Notreparatur der Hydraulikleitung für 850km Überführung

    Aus dem Baumarkt besorgten wir uns eine Handelsübliche Messingschelle zum flicken von Wasserleitungen in der richtigen Größe: http://www.gebo.de/produkte/messing_klemmverbinder.html
    Zunächst haben wir die Stelle mit Teflonband umwickelt und darüber ein Gummischlauch/Gartenschlauch gezogen. Anschließend darüber die Messingschelle gut festgezogen.
    Die Reparatur hält jetzt seit gut 900km Motoren und leckt nicht mehr. 
    Natürlich werden wir das Provisorium auf der Werft ersetzen und die komplette Leitung neu machen.